Martin Steiger Vortrag: Was muss bei der Social Media-Nutzung aus rechtlicher Sicht beachtet werden?

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Martin Steiger beschäftigt sich mit Social Media Recht. Er hat sogar an der Übersetzung der Facebook Nutzungsbedingungen mitgearbeitet. Er ist bereit und wirkt sehr gelassen. Er ist halt in seinem Element. Er startet nach der Pause gleich mit einer Frage.

Gibt es überhaupt ein Social Media Recht?

Martin-Steiger

 

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Bestes Beispiel ist ein e-Book, sie müssen bezahlen, dies basiert auf einem rechtlichen Rahmen. Das Schweizer Recht ist technologieneutral. Es gilt das allgemeine Schweizer Recht. Kleiner Tipp: mir fällt auf dass Martin Bilder aus Flickr benutzt. Hier sollten Sie schauen in welchem CC (Creative Commons Lizenz) das Bild dort abgelegt wurde. Wenn es zur freien Verfügung ist, können Sie es nutzen und hängen aber den Quelllink an. (wie gesehen in der Präsi bei Martin)

Schönes Learning: Eigentlich geht es rechtlich nicht, dass Eltern die Bilder ihrer Kinder posten. Eine gesetzliche Regulierung ist übrigens in Arbeit.

Aber es gibt natürlich Nutzungsbedingungen. Bspw. Facebook, dort gibt es auch Datenverwendungsrichtlinien. (ca. 40’000 Zeichen) Martin sagt, bei diesem Klick „lügt jeder“. Auch wenn diese in deutsch übersetzt wurden, schliesst man eigentlich einen Vertrag auf englisch ab (steht im Kleingeschriebungen). Als Nutzer gibt man eine Lizenz an Facebook.

 

Teilen von Inhalten

„Sharing ist Caring – gehört aus meiner Sicht zur menschlichen Kultur. Dummerweise ist unser ganzes Recht nicht darauf ausgelegt.“ sagt Martin fast beiläuftig.

 

Urheberrecht

Copyright is for losers. Das ist nach Martins Meinung nicht der richtige Weg.  Spannende Sidebemerkung von Martin: „m dt.sprachigen Raum fokussiert der Begriff auf den Urheber und im englischen auf die Kopie.“

„Werke sind, unabhängig von ihrem Wert oder Zweck, geistige Schöpfungen der Literatur und Kunst, die individuellen Charakter haben.“ Art. 2 Abs. 1 URG.  Künstler haben heutzutage eigentlich kaum noch ihre Urheberrechte, diese treten sie ab, sobald sie Geld verdienen wollen. Tipp von Martin: Geben sie in den standartisierten Vertrag von einem Verlag zumindest eine zeitliche Begrenzung z.B. von 5 Jahren und verhandeln danach weiter.

Stichwort Buse:

Sinngemäss sagt Martin: Abmahnungen kennen wir in der Schweiz auch, aber wir reden vorher miteinander. In Deutschland werden ganz andere Anreize gesetzt und oft gibt es direkt einen Brief mit Rechnung und Unterlassungsverpflichtung. Das ist auch in der Schweiz durchsetzbar, wenn Sie sich nicht dagegen wehren. Oft ist es „viel zu teuer, darüber zu reden“. In den letzten Monaten beobachte ich gezielte Abmahnungen aus D im Bildungsbereich. In denen wird oft ein sehr hoher Betrag  (bspw. 2810 Euro) verlangt.

Nichts tun sollte nicht die Reaktion sein, falls man in solch eine Situation kommt. Faustregel, bei fremden Inhalten im Zweifelsfall von urheberrechtlich geschützten Inhalt ausgehen.

Lösungen:

  • eigene Inhalte
  • public Domain
  • mit freien Standard-Lizenzen (Creative Commons-Lizenzen)
  • Stockfotografie, meistens kostenpflichtig
  • zitieren oder mit Einschränkungen – Eigengebrauch
  • Grundsatz: immer mit Quellenangabe

 

Recht am eiegnen Bild

  • Erkennbarkeit
  • Faustregel: im Zweifelsfall bei eigenen Bildern eine Einwilligung oder zumindet Vorinformation dr betroffenen Personen notwendig
  • Model Release bei fremden Bildern
  • Datenschutz im Ausland

 

Mit dieser Karte zeigt Martin auf, wo die „sicheren Regionen für den Datenschutz“, (er meint, bei grün ist vielgesetzlich reguliert aber es passiert kaum etwas, wenn man dagegen verstösst in USA übrigens das Gegenteil).

Bildschirmfoto 2014-11-14 um 11.37.20

 

„WEnn sie auf Facebook etwas mit 20 Personen teilen (statt nur mit den engsten Freunden) dann ist das eher öffentlicher Raum“, sagt Martin. Obwohl dieser Fall im Bild noch offen ist.Bildschirmfoto 2014-11-14 um 11.40.41

Martin geht noch auf das Vorgehen ein, wenn einmal das UR verletzt wurde.

Bildschirmfoto 2014-11-14 um 11.43.47

Martins Handout ist auf seinem eigenen Server (!)

Und Martin hat auch selbst über den Anlass gebloggt. Hier ist sein Beitrag mit Handout in Slideshare.

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  1. Social Media-Nutzung: Rechtliche Rahmenbedingungen? | Steiger Legal - […] Referat wurde – wie die gesamte Tagung – von Su Franke live verbloggt, wobei im Zweifelsfall das gesprochene Wort…

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