Podiumsdiskussion und ein paar Fragen aus dem Publikum

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Frage: Wir stellen uns am Berner Bildungszentrum gerade konkret die Frage. Sollen wir selbst aktiv werden oder einfach das Kollegium motivieren, selbst aktiv zu werden.

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Reto:
Vielleicht ist ein Schülerrat eine gute Idee um die Leute in die Verantwortung zu nehmen und auch dass sie sich bewusst sind, was sie tun.

Philippe:
Facebook Präsenz von Schulen. Inhalte mit werberischem Charakter werden kaum geteilt (Event Hinweise kaum, aber Rückblick mit Bildern sehr) Es braucht auch traditionelle Wege für bestimmte Ziele.

Matthias:
Auch die Lehrerschaft könnte aktiv werden. Vorallem die „Willigen“ ausbilden, die Grundsätze erlernen lassen, Spielregeln mitgeben. Das haben wir früher auch bei Firmen immer so gemacht.

Frage: BEi uns gibt es eine grosse Skepzis. Viele sehen mehr die Risiken. Sind bei Ihnen Herr Wampfler alle dafür?

Philippe: Ich habe einen best practice Ansatz (bin nicht in der Schulleitung) ich hab längst nicht alle gewonnen. „Das Problem ist nicht dass alle das lesen, sondern wenn niemand das liest.“ Wenn der Kulturwandel geschafft ist, ist auch die Angst kleiner. Sinngemäss: Shitstorms haben ihre angstproduzierende Wirkung verloren. Echte Ängste sind vor Cybermobbing. Aber diese finden heutzutage innerhalb von Whatsapp statt. Es hängt nicht davon ab, ob die Lehrperson oder der Gemoppte eine Webpräsenz hat.

Frage: Wie gehen sie mit Problem Whatsapp um?

Philippe: In der ersten Klassen Stunde wird eine Whatsapp Gruppe gegründet. Das tun sie sowieso. Es braucht Spielregeln, diese sollten klar sein für alle. Zum Beispiel jeder ist erkennbar in einer solchen Gruppe. Wenn man als Schule zeigt, man setzt sich damit auseinander, dann sehen auch die Schüler, dass ihre Themen ernstgenommen zu werden. Jugendliche brauchen heute Whatsapp um sozial anschlussfähig zu sein. Tipp: Gruppenberatungsstelle einrichten (für Mobbing bspw.)

Frage: Reicht wlan, oder wie sieht die Infrastruktur bei Ihnen aus?

Philippe: Die Technik haben wir eher zurück gefahren, aber das wlan (morgens loggen sich 4000 Schüler ein) auch Steckdosen braucht es. Pro Schulzimmer braucht es 30 – 40 Steckdosen.

Frage: Wie sehen Sie das. SoMe hat einen starken Freizeitcharakter. ist das das richtige für eine Schule?

Philippe: überlegt etwas länger als sonst 😉 sagt dann.
Ja das stimmt natürlich. Ich hatte lange das umgekehrte Problem, zu viel Professionelles. Freunde forderten mehr Privates von ihm. Es gibt natürlich die Möglichkeit, Smartphone nur privat zu benutzen. Manche Schüler trennen das. Man sollte diese Grenzen nicht übertreten. Aber die Chance privates und schulisches Lernen zu vernetzen ist gross. Sinngemäss: Mit privaten Geräten lässt sich auch leichter lernen (weil man weiss wo man was klicken muss)

Frage: Ich weiss viel über dich, Reto, obwohl wir uns über 20 Jahre nicht gesehen. Ist das nicht gefährich.

Reto: Es ist natürlich eine Gradwanderung. Ich zeige bspw. nicht meine Kinder, wenn dann nur ganz dezent. Aber es ist tatsächlich so, privat und geschäftlich vermisscht sich. In unserem Beruf ist der Beruf Leidenschaft und nicht nur Brot verdienen. … Erst dann ist die Kommunikation auf den Plattformen spannend, wenns bis zu einem gewissen Grad persönlich wird.

Bemerkung von mir: Ich löse das indem ich privat mit persönlich ersetze.

Frage: Sehen Sie nicht eine Gefahr, dass man sich nicht mehr rausnehmen kann? Ständig erreichbar sein, die Schule frisst sich ins Privatleben der Lehrer (Elterngespräche etc.) Das kann auch keine Freiheit bedeuten.

Reto: Ich muss vielleicht am Samstag Nachmittag kommunizieren, kann aber im Gegenzug auch am Mittwoch Nachmittag mit meinen Kindern etwas unternehmen.

Tipp: Besser Push Nachrichten am Handy ausschalten.

Bemerkung von mir: für private Suche startpage.com oder verschiedene Browser verwenden oder privates Fenster im Browser öffnen.

Aussage: Man muss erst unterscheiden können, was genau von meinem Privaten zeige ich. Das muss man erst einmal erlernen.

Reto: Wieviele Dinge gab es, wo Sie als Jugentlicher mehr wussten als Ihre Eltern. Heute ist das anders. Die Schüler sind die Experten und die Eltern die Laien (Bemerkung von mir: natürlich meint er hier in einem bestimmten Bereich: hier Medien)

Philippe:
Digital Natives wird falsch verwendet. Man denkt Jugentlich erwerben automatisch technisches Wissen, ohne zu wissen, was für Konsequenzen das hat. Ich glaube Jugentliche sind sehr reflektiert. Sie denken genau darüber nach, wie sie auf een Medien wahrgenommen werden. Gleichzeitig sind sie technisch nicht so kompetent, wie man oft denkt. Dabei kennen sie genau das, das sie täglich benutzen. Für komplexere Projekte brauchen sie Unterstützung.

Aussage: Meine vier Kinder sind alle mit der Technologie aufgewachsen. Es gibt eine Zweiklassengesellschaft. Die die vertraut sind und die die ängstlich sind. Ich behaupte, viele Ängste, die in meinem Umfeld sind, liegen an diesen unterschiedlichen Voraussetzungen.

Philippe: ich glaube nicht, dass es nur das Alter ist.

Bemerkung: können wir das nicht von den jungen Leuten lernen. Mutig sein.

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